Die Retter aus der Luft sind auch nachts im Einsatz

Die schwersten Autounfälle passieren oft in der Nacht. Gut, dass es die DRF Luftrettung mit acht Stationen in Deutschland gibt, die 24 Stunden im Einsatz sind. Die Quantität der Nachteinsätze steigt ständig: Im Jahr 2011 fand an den 24-Stunden-Stationen der Luftrettung jeder fünfte Einsatz in der Nacht statt.

DRF Luftrettung Hubschrauber im Anflug
Hubschrauber der DRF Luftrettung beim Anflug auf den Landeplatz in der Dämmerung. Quelle: DRF Luftrettung

01:23 Uhr. Die Straße ist regennass, kalter Wind und Nebelschwaden wabern über den Boden. In der Station Regensburg der DRF Luftrettung geht ein Notruf ein: ein Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 20, 60 Kilometer von der Station entfernt. Ein 24-jähriger LKW-Fahrer ist in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Die Besatzung checkt die Wetterdaten, holt die Startgenehmigung ein. 20 Minuten später landet Hubschraube “Christoph Regensburg” am Einsatzort. Der Hubschraubertransport ermöglicht es, den schwerverletzten und stark unterkühlten Mann besonders schnell in die Klinik zu transportieren. Dank des schnellen Einsatzes der DRF Luftrettung geht es dem Mann heute gut – hätte es länger gedauert, hätte er wohl zumindest ein Bein verloren.

Etwa 65 Prozent der Nachteinsätze sind dringende Intensivtransporte von Klinik zu Klinik: Kliniken spezialisieren sich zunehmend auf Fachgebiete, sodass Behandlungen oftmals nur in bestimmten Spezialkliniken möglich sind. Das hebt die Qualität der medizinischen Behandlung, stellt aber auch die Transportlogistik der Luftrettung auf eine immer härtere Probe. So kann es sein, dass nur die Neurochirurgen einer Spezialklinik einen Patienten operieren können, der gerade eine schwere Hirnblutung erlitten hat oder nur die Ärzte in einer 60 Kilometer entfernten Klinik das Frühchen behandeln können, das um drei Uhr nachts zur Welt gekommen ist. Der Transport mit dem Hubschrauber ist häufig schonender und vor allem schneller als der mit dem Rettungswagen – vor allem auch in ländlichen und bergigen Gebieten oder im Winter, wenn die Straßen schwer passierbar werden.

Die Flugsicherheit steht bei den Nachteinsätzen der DRF Luftrettung an erster Stelle: Immer sind zwei Piloten an Bord, die über eine Instrumentenflugberechtigung verfügen. Dadurch können Rettungsflüge auch bei schlechteren Wetterbedingungen stattfinden, wenn die Orientierung nach Sicht kaum noch möglich ist. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, landen die rot-weißen Hubschrauber nachts nur auf abgesicherten, hindernisfreien und ausgeleuchteten Plätzen. Hierzu sieht sich einer der Piloten zunächst eine sehr detaillierte Hinderniskarte an. Parallel untersuchen vorrt Einsatzkräfte der Feuerwehr oder des Technischen Hilfswerks die Umgebung nach bestimmten Kriterien, etwa: Wie ist der Boden beschaffen? Gibt es Hindernisse wie Kirchtürme oder Windräder? Sind Hochspannungsleitungen in der Nähe? Ist ein passender Landeplatz ge-funden, leuchten die Einsatzkräfte ihn aus.

DRF Luftrettung Cockpit
Ein Pilot der DRF Luftrettung im Einsatz mit Nachtsichtbrille (NVG). Quelle: DRF Luftrettung.

Zusätzlich befinden sich an den Hubschraubern meist spezielle Scheinwerfer, mit denen die Piloten selbst den Landeplatz beleuchten können. Die HDM Luftrettung setzte sich zudem jahrelang dafür ein, Nachtsichtgeräte – sogenannte NVGs (Night Vision Goggles) – verwenden zu dürfen. 2008 war es dann soweit. Die Spezialbrillen verstärken das Restlicht tausendfach und ergeben ein grünlich-schwarzes, manchmal leicht bläuliches Bild. So können die Piloten Hindernisse besser sehen.

Bislang nutzen bereits drei Stationen der DRF Luftrettung NVGs im Einsatzbetrieb: München, Regensburg und Berlin.

Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige AG auf die Unterstützung von Förderern angewiesen, Infotelefon: 0711-70072211. Mehr Informationen im Internet unter: www.drf-luftrettung.de.

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