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Nacht- und Notdienstapotheken unverzichtbar

Laut einer Studie des Instituts für Handelsforschung (IfH) an der Universität zu Köln sind Nacht- und Notdienste sowohl aus Sicht von Verbrauchern als auch Apothekern unverzichtbar. Im Rahmen der Studie wurden 1.276 Apotheker und 276 Verbraucher befragt. Mehr als jeder dritte befragte Verbraucher (34,4%) gab an, den Nacht- bzw. Notdienst in der Apotheke im Laufe des vergangenen Jahres mindestens einmal in Anspruch genommen zu haben.

Die Nutzung der Nacht- und Notdienstapotheken schwankt laut Befragung stark zwischen den einzelnen Wochentagen. Insbesondere am Sonntag ist sie im Durchschnitt deutlich höher als an Werktagen. Vor allem Apotheken in ländlichen Gebieten und Einkaufscentern weisen allerdings eine unterdurchschnittliche Kundenfrequenzen an den einzelnen Wochentagen auf.

Mehr als zwei Drittel (67%) der befragten Verbraucher haben in den Nacht- oder Notdienstzeiten nicht-verschreibungspflichtiger Medikament erworben, 60,4% haben Rezepte eingelöst. Frauen, Ältere und Mehrpersonenhaushalte lösen besonders häufig Rezepte ein, jüngere Befragte und Männer erwerben häufiger nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel.

87,9 % der Befragten Verbraucher sind mit den Leistungen der Nacht- und Notdienstapotheken zufrieden oder sehr zufrieden. Unabhängig von ihrem Nutzungsverhalten halten 96,4% der Verbraucher den Nacht- und Notdienst in der Apotheke für wichtig, 79,7 % erachten ihn als sehr wichtig.

Im Durchschnitt übernehmen Apotheken alle 18,7 Tage einen Nacht- bzw. Notdienst, Apotheken in ländlichen Gebieten sogar alle 13,9 Tage. Ökonomisch rechnet sich die Übernahme der Nacht- und Notdienste jedoch eher selten. 62,8 % der Befragten halten die Nacht- und Notdienstgebühr als zu niedrig und rund vier von fünf Apotheker (79,3 %) gaben an, dass das Nacht- und Notdienstgeschäft bei isolierter Betrachtung ein Zuzahlungsgeschäft darstellt.

Gegner einer Liberalisierungen in diesem Bereich der Arzneimittelversorgung sehen dies als Argument gegen die Abgabestellen für Arzneimittel (z.B. ein Bestell- und Abholservice für Arzneimittel in einem Drogeriemarkt), die Nacht- und Notdienste nicht oder nur eingeschränkt anbieten können.



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