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Hausärzte in Baden-Württemberg wollen ebenfalls aus dem gesetzlichen Krankenkassensystem aussteigen

Nachdem bereits Hausärzte in Bayern den Aufstand probten und über einen Ausstieg aus dem System der Krankenversicherungen abstimmten, planen nun auch niedergelassene Ärzte in Baden-Württemberg die Rückgabe ihrer Kassenzulassungen. Bis Mitte März sollen bei 16 Veranstaltungen in Baden-Württemberg die Gespräche zum Ausstieg der Hausärzte aus dem System der Krankenkassen stattfinden. Bis Mitte April könnten dann 75 Prozent der Ärzte ihre Bereitschaft zu einem Ausstieg notariell hinterlegt haben. Dies bestätigte der Vorsitzende der Ärzteorganisation Medi, Werner Baumgärtner, der Stuttgarter Zeitung in der Freitagausgabe.

Der Medi-Verband hatte bereits im Sommer des vergangenen Jahres eine “Arbeitsgruppe Systemausstieg” ins Leben gerufen. Die Mitglieder der Gruppe arbeiteten auch mit den bayerischen Kollegen zusammen.

Verärgert sind die Hausärzte in Baden-Württenberg vor allem über die Honorarreform, nach der von 2009 an bundesweit einheitliche Arzthonorare bezahlt werden. Der Vize-Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Wolfgang Herz, rechnet damit, dass om Rahmen der Reform ca. 500 Millionen Euro aus Baden-Württemberg abfließen, da die Ärzte im Land bisher überdurchschnittlich gut verdient hätten. Ihnen drohe folglich ein Verlust von zehn Prozent je Praxis. Baumgärtner bezifferte diesen Verlust auf insgesamt 800 Millionen Euro.

Die AOK hofft, dass die Hausärzte noch von ihrem Vorhaben abrücken, sagte AOK-Landeschef Rolf Hoberg. Die AOK Baden-Württemberg wolle direkte Verträge mit den Ärzten abschließen, Verhandlungen mit dem Hausärzteverband und der Ärzteorganisation Medi seien bereits angelaufen.

Der geplante Ausstieg aus dem Krankenkassensystem hat erste Anzeichen eines Flächenbrandes. Bayern und jetzt Badenwürttemberg könnten Signalcharakter haben. Bereits am Mittwoch sagte ein Sprecher des Deutschen Hausärzteverbandes, dass die Entwicklungen “sehr genau” beobachtet werden würden.



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