Nationale Verzehrsstudie II weist den Weg: Aktionsplan Ernährung nicht verzögern
Bundesminister Horst Seehofer (CSU) stellte am Dienstag in Berlin die Ergebnisse des ersten Berichtes der Nationalen Verzehrsstudie II vor. Demnach sind 66 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen übergewichtig. Zwischen November 2005 und Januar 2007 wurden bundesweit fast 20 000 Personen zwischen 14 und 80 Jahren zu zum Ernährungswissen, Einkaufsverhalten und den Kochfertigkeiten befragt. Ebenfalls wurden Körpergröße und Körpergewicht, sowie zu körperlichen Aktivität und Lebensstilfaktoren protokolliert.
Jeder Fünfte Deutsche ist durch sein Übergewicht gefährdet an Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Diabetes zu erkranken. Der Anteil übergewichtiger junger Erwachsener stieg in den letzten zehn Jahren deutlich an. Bei Frauen im Alter über 30 Jahren sank der Antei Übergewichtiger im gleichen Zeitraum je nach Altersgruppe um bis zu 8 Prozent.
Es zeigt sich auch eine deutliche Abhängigkeit von Übergewicht zum Bildungsniveau. Personen mit niedrigem Haushaltseinkommen oder sozialem Status neigen laut Studie zu Übergewicht. 70 Prozent der Befragten mit Hauptschulabschluss wurden als zu dick eingeordnet. Bei Menschen mit Abitur und Fachhochschulreife waren es nur halb so viele.
Horst Seehofer forderte mehr Aufklärung zur Gesundheitsförderung. Lediglich acht Prozent der Befragten hätten zum Beispiel ihren persönlichen Kalorienbedarf richtig angeben können. Auch unterschätzten viele Deutsche die Gesundheitsgefahren unausgewogener Ernährung. Auf Verpackungen sollten europaweit die Nährstoffe und deren Anteil am Tagesbedarf angegeben werden. Entsprechende Pläne stellte die EU-Kommission ebenfalls am Mittwoch in Brüssel vor. Genaue Angaben über Zucker-, Salz- und Fettgehalt sollen auf der Vorderseite abgepackter Lebensmittel abgedruckt werden.
Die Sprecherin für Ernährung und Verbraucherfragen von Bündnis90/Die Grünen - Ulrike Höfken - forderte Ernährungsminister Horst Seehofer auf, den seit zwei Jahren überfälligen und mehrfach angekündigten nationalen Aktionsplan “Ernährung” endlich vorzulegen. Zusätzlich zu vorhandenen positiven Modellansätzen müssten weitere politische Rahmenbedingungen wie Regelungen für die Werbung mit Kinderlebensmitteln, ein Präventionsgesetz und ein Bundesprogramm Ernährung und Bewegung mit Maßnahmen in sensiblen Bereichen wie Schule geschaffen werden. Handlungsbedarf bestehe jetzt und nicht erst übermorgen.
Voraussichtlich im April 2008 wird der zweite Teil der Ergebnisse der NVS II veröffentlicht werden. Der Lebensmittelverzehr und die daraus mittels BLS berechnete Nährstoffaufnahme sollen zentraler Inhalt dieses Berichtes sein.








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