Krankenstand in Deutschland steigt wieder
Der Krankenstand in Deutschland steigt erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder an. Darauf weisen die am Donnerstag von den Betriebskrankenkassen (BKK) vorgelegten Zahlen hin. Demnach lag der Anteil der Fehltage wegen Krankheit in den ersten zehn Monaten 2007 bei 3,74% und damit höher als die 3,49% ein Jahr zuvor. Die Zahlen dürften als repräsentativ angesehen werden, denn immerhin ein Viertel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind BKK-Mitglieder.
Nach dem seit Jahren stetig zurückgehenden Zahlen werden die Deutschen werden wieder häufiger krank. Experten nennen dafür drei mögliche Gründe:
Erstens steigt seit Jahren der Anteil psychischen Erkrankungen aufgrund steigender Anforderungen am Arbeitsplatz. Dieser Anstieg war bereits in den letzten Jahren zu verzeichnen. Jedoch kam es bisher zu keinem Anstieg beim Krankenstand, da dieser Effekt durch den Rückgang von Krankschreibungen bei allgemeinen Krankheiten kompensiert wurde.
Zweitens nimmt die Zahl der Alten in der Bevölkerung stetig zu wobei aber auch der Anteil Älterer unter den Erwerbstätigen zunimmt, da viele Regelungen zum Vorruhestand auslaufen und wirtschaftliche Gründe die Lebensarbeitszeit verlängert. Ältere Arbeitnehmer werden statistisch gesehen jedoch häufiger krank als jüngere.
Zum Dritten könnte der höhere Krankenstand auf die gute Konjunktur zurückzuführen sein. Bei einer Verbesserung der konjunkturellen Lage erlauben sich Arbeitnehmer häufiger, zum Beispiel eine Erkältung komplett auszukurieren. Bei schlechterer Konjunktur treibt die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz viele nicht vollständig Gesunde früher an den Arbeitsplatz.
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