Gefälschte Medikamente

In den letzten Tagen rollt eine Kampagne zur Aufklärung gegen gefälschte Medikamente durch die Presse. Das Bundesinstitut für Arzneimittel, das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker und die Arzneimittelkommission der Bundesärztekammer warnen vor der Einnahme der gefälschten Medikamente, die z.B. aus Osteuropa, Südostasien und auch aus Südafrika stammen könnten.

Dem ist im Grunde nichts hinzuzufügen. Im besten Fall sind diese Medikamente unwirksam, im schlechtesten Fall können die Wirkstoffe dieser gefälschten Arzneimittel sogar gesundheitsschädlich sein. Die Warnung davor und die Hinweise, Medikamente nur in vertrauensvollen Apotheken zu kaufen sind daher berechtigt.

Was an der derzeitigen Kampagne jedoch ärgerlich erscheint ist die Tendenz, dass einmal mehr das Internet als allgemeiner Sündenbock genannt wird. Das Hauptproblem sei das Netz, Internetapotheken seien der Umschlagplatz für gefälschte Arzneien wird dort pauschal behauptet. Das ganze erinnert an Kinderpornos und Terrorismus – auch hier soll das Internet an allem schuld sein, wenn kein konkret Schuldiger zu fassen ist?

Sowohl tief im Netz verwurzelte Online-Apotheken mit hohen Qualitätsstandards als auch kleinere offizine Apotheker, die nebenbei einen Online-Versand (mit ebenfalls hoher Qualitätskontrolle) betreiben, werden damit pauschal verunglimpft.

Schade, dass sich immer wieder derart viele Pressevertreter in dieser Hinsicht den reaktionären Strömungen unterwerfen. Wie lange muß Das Netz noch für alle Sünden dieser Welt gerade stehen?

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