Online-Umfrage der dermatologischen Uniklinik Regensburg über Tätowierungen und Laserbehandlungen

Die Risiken beim Tätowieren sind bislang kaum erforscht. Eine Online-Umfrage der dermatologischen Uniklinik Regensburg über Tätowierungen und Laserbehandlungen soll epidemiologisch klären, welche medizinischen Komplikationen wie häufig nach einer Tätowierung auftreten. Außerdem soll aufgezeigt werden, welche Probleme durch eine Laserbehandlung entstehen können.
Bisherige Umfragen haben ergeben, dass derzeit in Deutschland etwa 10 % der Bevölkerung mindestens eine Tätowierung besitzen, bei jungen Menschen sind es bis zu 23 %. Die Haut als das größte und schwerste Organ des Menschen wird bei einer Tätowierung ca. 20 Nadelstichen pro Sekunde ausgesetzt, wobei ein Teil der Farbsubstanzen sofort über das Gefäßsystem der Haut abtransportiert wird.
Größere Pigmentkristalle verbleiben in der Haut und bilden die Tätowierung. Nach einer gewissen Zeit bleicht die Tattoofarbe manchmal aus oder führt ungewollt zu einem Farbumschlag. Gründe hierfür sind entweder eine photochemische Reaktion oder der Abtransport der Farbpartikel durch das körpereigene Makrophagensystem. Tattoofarben können sich deswegen auch in den nächstliegenden Lymphknoten anreichern. Diese wirken dann meist vergrößert oder erscheinen schwarz bei deren Entfernung. Gerade deswegen wäre es wichtig, gesundheitlich unbedenkliche Substanzen in den Farbmitteln vorzufinden. Eine gesetzliche Kontrolle von Tattoofarben und der dabei verwendeten Substanzen ist weder in Deutschland noch europaweit in Kraft getreten.
Im Laufe der Zeit wurden in der medizinischen Fachliteratur diverse Fälle publiziert, die ein mögliches gesundheitsschädigendes Risiko, das von Tätowierungen ausgehen kann, beschreiben. Wie viele Menschen wirklich die Farbsubstanzen unter der Haut und im Körper schlecht vertragen, darauf allergisch reagieren oder andere Komplikationen entwickeln, ist jedoch bis dato noch unbekannt. Auch ist unklar, wie häufig Infektionskrankheiten, die sich über Herpes-, Pilz- und Hepatitisinfektionen erstrecken können, trotz weitestgehend steriler Nutzung der Geräte auftreten.
Falls die Tätowierung irgendwann nicht mehr erwünscht ist, kann versucht werden, sie mit einer selektiven Laserbehandlung zu entfernen. Die Laserimpulse zerkleinern die Farbpartikel in der Dermis, wodurch diese leichter in das Gefäßsystem gelangen. Dieser Abtransport ist dann mit der sichtbaren Aufhellung der Tätowierung verbunden. Allerdings könnten durch die Lasereinwirkung auf die Farbpartikel Spaltprodukte entstehen, die ein gesundheitliches Risiko darstellen könnten.
Bei unsachgemäßer und unprofessioneller Laserbenutzung kann es zu Verbrennungen und Narbenbildung kommen. Da dieses Gebiet der Tattoo-Entfernung noch relativ neu ist, kann über die Langzeitwirkung dieser Behandlung hinsichtlich der Tattoofarben keine Aussage gemacht werden.
Derzeit gibt es kaum Untersuchungen, die sich mit den gesundheitlichen Risiken von Tätowierungen und der Laserbehandlung von Tätowierungen auseinandersetzen.
Gerade deswegen ist es wichtig, vorurteilsfrei Daten zu Tätowierungen und deren Laserbehandlung zu erheben. Die dermatologische Uniklinik Regensburg beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit dem Thema “Tätowierung” und will auch in diesem Fall mit Hilfe einer Umfrage zu Tätowierungen und deren Laserbehandlung etwas mehr Klarheit schaffen.
Ines Klügl promoviert derzeit in der Dermatologie der Uniklinik Regensburg beim Laserspezialist Privatdozent Dr. Bäumler. Im Rahmen ihrer Dissertation hat Sie an der dermatologischen Uniklinik Regensburg den Online-Fragebogen zu Tätowierungen und Laserbehandlungen entwickelt,.
Die Informationen werden vollständig anonym (d.h. ohne Namensnennung) behandelt und werden nicht persönlich identifizierbar sein. Die Angaben werden entsprechend der ärztlichen Schweigepflicht streng vertraulich behandelt. Der Fragebogen ist online erreichbar unter www.tattoo-umfrage.de.
Webtipp:
Allergie








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