Miese Aussichten für das Deutsche Gesundheitswesen

Laut einer OECD-Studie wird die Zahl der erwerbstätigen Bevölkerung in Deutschland bis zum Jahr 20020 um 6% sinken. Dadurch ist ein dramatischer Fachkräftemangel im Land zu befürchten. Ganz besonders kann diese Entwicklung den Medizin- und Pflegebereich treffen. Zu wenig Personal für die Betreuung und die Pflege der alternden Bevölkerung ist zu befürchten.

Die Migrationsstudie 2007 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurde am Montag in Paris vorgestellt. Der Rückgang des Anteils der erwerbstätigen Bevölkerung kann aber nur teilweise durch die Aufnahme von Migranten ausgeglichen werden. Ändern müßte sich vor allem die Migrationspolitik und die Attraktivität Deutschlands. Nur Japan und Italien zeigten eine ähnliche negative Entwicklung innerhalb der OECD.

Der Standort Deutschland wird sowohl für deutsche Ärzte als auch für Krankenschwestern immer weniger attraktiv. Im internationalen Vergleich steht Deutschland bei der Abwanderung von Krankenschwestern nach den Philipinen und Großbritannien auf Platz drei. Bei den Ärzten wandern nur indische Mediziner häufiger ab.

Die Zuwanderung qualifizierten medizinischen Personals kann die Lücke – anders als beispielsweise in Großbritannien, wo vermehrt Mediziner angeworben werden – auf absehbare Zeit nicht schließen.

Im Durchschnitt aller OECD-Länder arbeiteten im Jahr 2000 10,7 % Krankenschwestern und 18,2% Ärzte, die aus einem anderen Land migriert sind. Deutschland schaffte im Zeitraum 1998-2001 bei den Ärzten lediglich eine Quote von 11,1 Prozent, während Großbritannien mit 33,7% mehr als die dreifache Quote erreichen konnte.

Bereits jetzt ist erkennbar, dass Deutsche Patienten mit erhöhter Mobilität auf ein eingeschränktes Angebot reagieren. Im Bereich der nicht-akuten Zahnbehandlungen zum Beispiel zieht es viele Deutsche Bereits ins Ausland – beispielsweise nach Ungarn oder Polen.

Ganz besonders problematisch kann die Situation bei den akuten Behandlungen und bei Menschen werden, die auf permanente Pflege angewiesen sind.

Unerfreuliche Aussichten also. Dringendst besteht hier Handlungsbedarf, um das Niveau des Deutschen Gesundheitswesens zu erhalten.

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