Lebenslanges Lernen
Lebenslanges Lernen soll in Zeiten nichtlinearer Lebensläufe die Grenzen herkömmlicher Bildungsstrukturen durchbrechen. Lernen soll nicht dem Schul- oder dem Hochschulabschluss beendet sein, so auch die Forderung der Politik an die Bürger. Lebenslanges Lernen hilft, den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken und Ausgrenzung soweit wie möglich zu vermeiden.
Auch nach dem Ende der schulischen oder beruflichen Ausbildung lernt man nicht aus, sondern sollte sich fortan weiterbilden. In vielen Fällen fordert dies schon ein sich schnell änderndes Berufsbild. Der Mechaniker muß heute neben dem Umgang mit dem Schraubenschlüssel auch die Bedienung des Laptops für die Auto-Diagnose beherrschen.
Es tut sich einiges: Beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gibt es mittlerweile gar ein Referat “Lebenslanges Lernen” und einen eigenen Bereich auf der Website des BMBF. Um die Anerkennung und Anrechnung von Qualifikationen und Lernleistungen, die z.B. im Berufsleben erlernt werden konnten, zu erreichen wurde die BMBF-Initiative ANKOM geschaffen. Zehn Entwicklungsprojekte, die an Hochschulen angesiedelt sind, und ein von einem IHK-Bildungszentrum getragenes Projekt sollen Verfahren weiterentwickeln um die Anerkennung und Anrechnung individueller Qualifikationen und Leistungspotenziale zu ermöglichen.
Auch EU-weit bewegt sich einiges. So soll zum Beispiel die europäische Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen gefördert werden. Das Land Nordrhein-Westfalen hat sich ein ganz spezielles Förderinstrument ausgedacht. Bildungsschecks - für kleine und mittlere Unternehmen mit maximal 250 Beschäftigten aber auch Arztpraxen - können beantragt werden. Bildet sich das Personal weiter, wird die Hälfte der anfallenden Kosten übernommen - zum Beispiel für Seminargebühren. Die finanziellen Mittel - bis zu 500 Euro pro Bildungsscheck - stellt der Europäische Sozialfonds zur Verfügung.
Während Jüngere die Maximen des lebenslangen Lernens zunehmend verinnerlichen, fühlen sich Ältere oftmals nicht angesprochen. Trotz sich schnell verändernder Demographie, die zu einer Alterung der Bevölkerung und damit ausbleibendem Fachkräftenachwuchs führen kann, bilden sich lediglich neun Prozent der über 55-Jährigen heute noch im Betrieb weiter. Ein möglicher Grund für das geringe Interesse an Weiterbildung bei Älteren könnte - trotz Förderung aus der Politik - ein Mangel an passenden Angeboten sein.
Die Entwicklung für solche Maßnahmen steht aber noch am Anfang. Die Entwicklung zugeschnittener Angebote für verschiedene Teile der Bevölkerung steht angesichts des Förderungswillens der Politik unter einem guten Stern. Und auch praktische Projekte zum Beispiel für Lebenslanges Lernen für Menschen mit Lernschwierigkeiten sind bereits entstanden.








Bitte kommentieren Sie